Project Summary (German)

Innovationszyklen von Informationssystemen und Organisationsstrukturen.
Eine historische Betrachtung soziomaterieller Handlungsphasen

RAMAC harddiscInnerhalb der letzten Jahrzehnte ist die Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für Organisationen beständig gewachsen. Unter IKT werden alle Neuerungen im Bereich rechnergestützter Datenverarbeitung, rechnergestützter Kommunikation und rechnergestützter Speicherung und Zugänglichmachung von Inhalten gefasst. Diese werden unter einer medienhistorischen Perspektive als Teil eines größeren Medienverbunds verstanden. Vom anfänglichen Einsatz zur Datenverarbeitung hat sich IKT über die letzten Jahrzehnte zur grundlegenden Infrastruktur in Unternehmen entwickelt. IKT spielt heute eine zentrale Rolle in allen Unternehmensbereichen und im Alltag aller Angestellten, beispielsweise bei der Steuerung von Unternehmen, für das strategisches Management, und die Innovationsfähigkeit. Das Projekt untersucht den Zusammenhang zwischen Innovationszyklen von IKT und der Veränderung von Organisationsformen in Unternehmen. Das Projekt betrachtet diese Veränderungen, losgelöst von einer bestimmten Technologie, über einen längeren Zeitrahmens hinweg. Insbesondere Zielsetzungen sind hierbei:

  • In wie weit (Medien-)Technologie bei der Veränderung von organisationalen Berichts- und Entscheidungsstrukturen eine Rolle gespielt haben und spielen?
  • Welche ungeplanten, eigendynamischen Prozesse sich zwischen IKT und Unternehmensorganisation ergeben?

Empirische Basis der Studie ist eine kontrastive Fallstudie des deutschen und australischen Bankensektors. Um die eigendynamischen Entwicklungen, die sich dort zwischen Angeboten der Organisationstheorie, den Innovationen im Bereich der IKT und den Zwängen bestehender Organisationsstrukturen entwickeln zu erfassen analysiert die Studie: 1) organisationale Veränderungen im Bankensektor; 2) den zeitgenössischen Diskurs über IKT in der Wirtschafts- und Organisationswissenschaft; 3) den kulturhistorischen Stellenwert von IKT als Teil eines (u.a. den Film) umfassenden Medienverbunds. In einer Makroperspektive werden langfristige Entwicklungen der Organisationstheorie und der IKT in den Blick genommen und signifikante Phasen des Zusammenwirkens beider Bereiche identifiziert. Diese werden anschließend in ein Phasenmodell abstrahiert, das sich generell auf Entwicklungen in wirtschaftlichen Organisationsformen verallgemeinern lässt.

Ziel ist es zu einem vertieften Verständnisses des Zusammenhangs zwischen sozialen, historischen, technologischen und materiellen Aspekten sich wandelnder Organisationsstrukturen zu gelangen. Dazu verbindet das Projekt die Expertise im Feld der historisch-epistemologisch fundierten Film- und Medienanalyse des deutschen Partners mit der Expertise eines performativen und soziomateriellen Verständnis von IKT des australischen Partners.

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